• Bitterstoffe gegen Entzündungen

    Warum wir regelmäßig Bitteres essen sollten

    Aktualisiert am 07.10.2023, 14:22 Uhr

    Eine aufgeschnittene Grapefruit

    Sind gesund und fördern die Verdauung – Bitterstoffe: In der Grapefruit jedoch können sie die Wirkung mancher Medikamente beeinflussen.© dpa / Christin Klose/dpa-tmn

    Lesedauer:2 Min.

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    Was haben Chicorée, Grapefruit und Rosenkohl gemeinsam? Sie schmecken bitter. Was viele Menschen erst einmal abschreckt, ist aber gesund: Denn in diesen Lebensmitteln stecken wohltuende Bitterstoffe. Sich zu überwinden, lohnt sich also.

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    Warum mögen viele Menschen bittere Lebensmittel nicht gern?

    „Das ist angeboren und wird als Sicherheitsgeschmack bezeichnet“, erklärt Christina Esser, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Ein bitterer Geschmack signalisiert uns: Vorsicht, das hier könnte giftig sein! Viele Pflanzen produzieren diese Stoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

    Aber an Bitterstoffe kann man sich gewöhnen. So lässt sich etwa erklären, dass uns der erste Schluck Kaffee im Leben meist nicht schmeckt – und dass viele Kinder Rosenkohl verabscheuen.

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    Was macht Bitterstoffe so gesund?

    Bitterstoffe fördern die Verdauung, wie es von der Deutschen Diabetes-Hilfe heißt. Denn sie verbessern die Produktion von Magensäure und Gallenflüssigkeit. Das macht es dem Körper leichter, Fettiges zu verdauen.

    Bitteres verringert außerdem das Hungergefühl und reduziert die Lust auf Süßes – nicht nur für Menschen mit Diabetes und Übergewicht ein Vorteil. Laut Christina Esser wirken Bitterstoffe außerdem entzündungshemmend und können das Risiko für Herzerkrankungen verringern.

    Wer mehr Bitterstoffe in die Ernährung einbauen will, tut das am besten Schritt für Schritt. Tricksen kann man, indem man bittere und süße Komponenten kombiniert. „Feldsalat und Radicchio gemischt mit Granatapfelkernen, dazu ein leckeres, herzhaft-süßes Dressing könnte ein schmackhafter Start sein“, rät Christina Esser.

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    Können Bitterstoffe auch schaden?

    In einigen Fällen schon. Vorsicht ist zum Beispiel dann angesagt, wenn Zucchini, Gurke oder Kürbis bitter schmecken, wie die Deutsche Diabetes-Hilfe warnt. Diese Gemüsesorten sollten nämlich nicht bitter sein – sind sie es doch, stecken unerwünschte giftige Pflanzenstoffe drin. Dann entsorgt man das Gemüse besser.

    Wer Grapefruit isst oder als Saft gepresst trinkt, sollte im Hinterkopf behalten, dass sich dadurch die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder verstärken kann. Das gilt zum Beispiel für Cholesterinsenker oder Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Sind Nahrungsergänzungsmittel mit Bitterstoffen eine Option?

    Einige Nahrungsergänzungsmittel basieren auf Extrakten von Pflanzen, die Bitterstoffe enthalten. So gibt es zum Beispiel Kapseln mit Artischocken-Extrakt. Die Ökotrophologin Astrid Tombek empfiehlt, lieber auf das frische Gemüse als auf Tropfen, Kapseln oder Tabletten zu setzen. „Das ist preislich günstiger, schmackhafter und aufgrund der weiteren enthaltenen gesunden Bestandteile besser.“

    Und: Bei Nahrungsergänzungsmitteln kann es zu Überdosierungen kommen. Setzt man auf die natürlichen Bitterstoffe aus Gemüse, Kräutern und Salat ist das ausgeschlossen – allein wegen des bitteren Geschmacks, der uns irgendwann zu viel wird. (dpa/cze)

    Gesunde Ernährung

  • Kniearthrose

    Wer sich bewegt leidet signifikant weniger unter einer Kniearthrose, da durch Bewegung eine bessere Nährstoffversorgung gegeben ist. Dazu müssen die Nährstoffe allerdings vorhanden sein.

    Welt am Sonntag, 2.April 2023

  • Schmerzmittel selbst herstellen

    Man nehme 10 ml Franz. Branntwein, gemahlenen schwarzen Pfeffer, ca. 1g und vermische beides. Dann auf die betroffene Stelle auftragen.

    Hat man keinen schwarzen Pfeffer, nimmt man Cayennepfefferpulver.

    Alternativ: Chilischote kleinschneiden, mit Kernen in Franz. Branntwein einbringen. 3 – 4 Tage ziehen lassen. Für 100 ml benötigt man mehrere Chilischoten.

  • Knie – TEP

    So stark hängt der Erfolg der Knie-TEP vom Operateur ab

    verfasst von: Dr. Elke Oberhofer

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    Den Einfluss orthopädischer Chirurginnen und Chirurgen auf die 1-Jahres-Ergebnisse nach Knie-TEP hat ein Team der Cleveland-Clinic in Ohio untersucht ­– mit überraschendem Ergebnis.

    Das Wichtigste in Kürze zu dieser Studie finden Sie am Ende des Artikels.

    Zwischen 20% und 30% der Patienten sind mit dem Ergebnis ihrer Kniegelenkersatz-Op. nicht zufrieden. Neben Faktoren wie Implantat-Design, Op.-Technik oder patientenseitigen Parametern spielt offenbar auch das individuelle Können des orthopädischen Chirurgen für das Gelingen eine nicht unerhebliche Rolle. Dass dieser Faktor bisher wahrscheinlich unterschätzt wurde, legt eine Studie der Cleveland Clinic OME Arthroplasty Group nahe.

    Rechenmodell auf Basis von über 5000 Operationen

    Die Forscher um SaTia Sinclair kreierten ein Rechenmodell, das auf den Daten von 5429 realen Knie-TEP-Operationen beruhte, welche zwischen 2016 und 2018 in der Cleveland Clinic durchgeführt worden waren. Bei den Eingriffen waren 36 Chirurginnen und Chirurgen am Werk gewesen, das mittlere Patientenalter lag bei 67 Jahren. Insgesamt hatten sich die Werte in den jeweiligen KOOS-Bereichen (das Akronym steht für Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score) ein Jahr nach der Op. in den meisten Fällen klinisch relevant gebessert: die Schmerzen (KOOS-Pain) im Mittel um 93%, die Funktion (KOOS-PS) um 76% und der zusammengesetzte Endpunkt aus Kniesteife, Schmerz und Funktion (KOOS-JR) um 91%. Knapp 18% der Patienten mussten mindestens drei Tage stationär bleiben, rund 11% wurden danach in eine Pflegeeinrichtung entlassen und bei etwa 9% wurde innerhalb von 90 Tagen ein erneuter Klinikaufenthalt erforderlich.

    Um den Einfluss der Operierenden auf die Ergebnisse zu ermitteln, wurde ein Modell simuliert, in dem jeder Chirurg 30.000 Patienten behandelte. Die daraus resultierenden 1 Million Arzt-Patienten-Kombinationen wurden dann im Hinblick auf die o. g. Parameter ausgewertet.

    Signifikanter Einfluss auf viele Größen

    In der Wahrscheinlichkeitsrechnung war der Einfluss des Operateurs/der Operateurin auf die Parameter „KOOS-Pain“, „KOOS-PS“ und „KOOS-JR“ signifikant, ebenso der Einfluss auf den „Patient Acceptable Symptom State“ (PASS), mit dem die generelle Zufriedenheit der Patienten mit der Knieprothese abgefragt wird. Deutlich abhängig vom Chirurgen waren außerdem die Liegedauer, der Entlassungsmodus und die Wiederaufnahmerate. Wenn man die jeweiligen 1-Jahres-Ergebnisse modellierte, trugen Operierende in der Regel mehr dazu bei als Patientenfaktoren wie BMI oder Charlson-Comorbidity-Index (CCI). Insgesamt hatte man 18 Variablen berücksichtigt. Die Rangfolgen im Einzelnen:

    • Beim KOOS-Pain war der Chirurg der fünftgrößte Einflussfaktor, noch vor Rauchstatus, Polyethylenstärke und sozioökonomischer Benachteiligung (gemessen als Area Deprivation Index, ADI).
    • Beim KOOS-PS rangierte der Operateur vor Polyethylenstärke, BMI, CCI, Geschlecht und ADI (Platz 6).
    • Beim KOOS-JR spielte der Chirurg eine wichtigere Rolle als zahlreiche andere Faktoren, z. B. Patientenedukation, Geschlecht, BMI, ADI, CCI, Rauchstatus und präoperative Schmerzen (Platz 5).
    • Auf die Patientenzufriedenheit laut PASS hatten die Operateure zwar weniger Einfluss als Alter, Rauchstatus oder Ausgangsfunktion, sie waren aber wichtiger für das Ergebnis als z. B. BMI, Art der Femurfixation (zementiert oder unzementiert), Patientenedukation, Ausgangsschmerz, Art der Anästhesie oder Implantattyp (Platz 6).

    Für die Dauer des Klinikaufenthalts war der Chirurg sogar am zweitwichtigsten, für die Entlassungsmodalität am viertwichtigsten und für die Wiederaufnahmerate am fünftwichtigsten.

    Sinclair und ihr Team heben hervor, dass das Op.-Volumen bei diesen Unterschieden offenbar keine Rolle gespielt hatte. Dies könne jedoch damit zu tun haben, dass alle orthopädischen Chirurgen aus demselben Zentrum stammten und demnach wohl in etwa gleich häufig Knieoperationen vornahmen.

    Anzumerken ist, dass die Nachbeobachtungszeit von einem Jahr zu kurz ist, um das definitive Ergebnis einer Kniegelenkersatz-Op. beurteilen zu können.

    Das Wichtigste in Kürze
    Frage: Einfluss des Chirurgen bzw. der Chirurgin auf subjektive Ergebnisse ein Jahr nach Knie-TEP sowie auf die Dauer des Klinikaufenthalts, die Entlassungsmodalität und die Wiederaufnahmerate.Antwort: Zwischen Operierenden einerseits und Parametern wie KOOS-Pain, KOOS-PS, KOOS-JR, PASS, Klinikaufenthaltsdauer, Entlassungsmodalität sowie Wiederaufnahmerate andererseits konnten signifikante Zusammenhänge festgestellt werden.Bedeutung: Chirurgen haben möglicherweise stärkeren Einfluss auf die Ergebnisse einer Knie-TEP als viele Patientencharakteristika, die in der Literatur häufig mit einem nicht zufriedenstellenden Outcome assoziiert werden.Einschränkung: Monozentrische Studie; nur primäre Eingriffe zum Totalersatz (TEP) berücksichtigt; Nachbeobachtung auf ein Jahr begrenzt; Compliance, z. B. mit Rehamaßnahmen, nicht erfasst.

    Aus Springer Medizin

  • Spondyloarthritis

    Chronische Rückenschmerzen: Ist es eine axiale Spondyloarthritis?

    verfasst von: Dr. Elke Oberhofer

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    Jeder chronische Rückenschmerz, der bereits vor dem 45. Lebensjahr auftritt, sollte an eine axiale Spondyloarthritis denken lassen, fordern Rheumatologen. Auf dem Internisten-Update schilderte Prof. Markus Gaubitz, Münster, welche Kennzeichen auf die Erkrankung hinweisen und welche Untersuchungen zur Diagnosesicherung erforderlich sind.

    Bei Betroffenen mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) dauert es immer noch zu lange, bis sie einer optimalen Versorgung zugeführt werden. Laut Prof. Markus Gaubitz von der Akademie für Manuelle Medizin der Universität Münster vergehen von den ersten Symptomen bis zur Diagnose im Schnitt fünf bis sechs Jahre. Dabei seien Spondyloarthritiden insgesamt keinesfalls selten: Zusammengenommen kämen sie ähnlich häufig vor wie eine rheumatoide Arthritis.

    Bei Rückenschmerzpatienten unter 45 daran denken!

    Als wesentliches Kennzeichen für die axSpA nannte Gaubitz den chronischen Rückenschmerz vor dem 45. Lebensjahr. „Bei allen jüngeren Patientinnen und Patienten, die sagen, die Rückenschmerzen seien besonders stark in der zweiten Nachthälfte und besserten sich bei Bewegung, müssen wir dran denken“, mahnte der Rheumatologe.

    In der aktuellen Leitlinie wird die Ursache für die Diagnoseverzögerung unter anderem darin gesehen, dass die Schmerzen häufig als „unspezifischer Rückenschmerz“ („non-specific low back pain“, LBP) eingeordnet werden. Dieser stehe bei den jüngeren Patienten immerhin an vierter Stelle aller Erkrankungen, die zu Alltagseinschränkungen führen. Während beim unspezifischen LBP, also bei fehlenden Hinweisen auf eine spezifische Ursache, von bildgebenden Maßnahmen abgeraten wird, erfordern die o. g. Warnhinweise für eine axSpA eine weiterführende Diagnostik mit Labor und Bildgebung.

    Als wichtigste Eckpunkte für die Diagnosestellung nannte Gaubitz

    • das humane Leukozyten-Antigen HLA-B27 – diesem kommt Studien zufolge die beste Performance als Einzelparameter in der axSpA-Diagnostik zu – und
    • die MRT, die mit kurzer Inversionszeit (STIR-Sequenz) durchgeführt werden sollte, um entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule gut darstellen zu können.

    Wie Gaubitz betonte, gilt der Nachweis einer Sakroiliitis im MRT als hinweisend für eine axSpA, nicht dagegen ein Knochenmarködem; Letzteres komme oft auch „bei völlig gesunden, beschwerdefreien Patienten“ vor.

    Absprache mit dem Rheumatologen

    „Das Ziel einer frühen Diagnosestellung bei Patienten mit axialer SpA ist die rechtzeitige Einleitung einer adäquaten Therapie und die Vermeidung von unnötiger weiterer Diagnostik“, schreiben Dr. David Kiefer und PD Dr. Uta Kiltz vom Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, in der Zeitschrift für Rheumatologie. Dort wird auf eine Studie verwiesen, in der sich „sehr junges Alter, weibliches Geschlecht und ein vorhergehender Besuch bei vielen Ärzten“ als ungünstig erwiesen hätten. Aktuell werde ein größerer Teil der Patienten mit axSpA „nicht fachrheumatologisch, sondern allgemeinmedizinisch bzw. orthopädisch“ versorgt. Die Leitlinie empfiehlt, die Versorgung in jedem Fall mit dem Rheumatologen oder der Rheumatologin zu koordinieren und abzusprechen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf Komorbiditäten und Risikofaktoren.

    Therapie frühzeitig eskalieren!

    Therapieziel ist bei der axSpA die Remission, die – ähnlich wie bei der rheumatoiden Arthritis – unter Anwendung einer Treat-to-target-Strategie erreicht werden soll. Dabei dient laut Kiefer et al. der ASDAS (Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score) der Beurteilung des Ansprechens. Der Leitlinie zufolge sollte die Behandlung „fortwährend an ein festgelegtes Therapieziel angepasst werden“.

    Als Mittel der ersten Wahl, neben einer angeleiteten Bewegungstherapie, gelten NSAR (inklusive Coxibe). Wie Gaubitz betonte, dürfe man bei diesem Krankheitsbild „besonders frühzeitig eskalieren“, nämlich bereits nach vierwöchiger Gabe von mindestens zwei NSAR, die zu keiner ausreichenden Besserung geführt haben.

    Wer unzureichend anspricht, sollte einen TNF-alpha-Blocker oder einen Interleukin-17-Inhibitor erhalten, wobei für TNF-Blocker deutlich mehr Erfahrungen vorliegen. Als drittes Wirkprinzip steht außerdem die Januskinase(JAK)-Inhibition zur Verfügung: Der JAK-Inhibitor Upadacitinib wurde vor Kurzem auch zur Behandlung der aktiven nicht röntgenologischen axSpA (bei Nachweis objektiver Entzündungszeichen, d. h. erhöhtes CRP und/oder Nachweis einer Sakroiliitis im MRT) zugelassen. Daten zur Wirksamkeit sind in der aktuellen Leitlinienfassung jedoch noch nicht enthalten.

    Aus Springer Medizin

  • Stoßwellentherapie

    Wie wirksam ist die Stoßwellentherapie bei Gonarthrose wirklich?

    verfasst von: Dr. Nicola Zink

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    Eine systematische Übersicht liefert Hinweise auf eine potenzielle Wirksamkeit der extrakorporalen Stoßwellentherapie, kurz ESWT, bei Kniegelenksarthrose. Allerdings war die vorhandene Studienlage recht heterogen.

    Stoßwellen sind hochenergetische Druckwellen, die schon seit Jahrzehnten in der Orthopädie eingesetzt werden. Auch zur Therapie der Kniegelenksarthrose gab es in den vergangenen zehn Jahren bereits zahlreiche Studien. Jedoch sind sich die Forschenden über die Wirkung der Therapie und die adäquaten Anwendungsprotokolle teilweise uneins. 

    Deshalb hat sich ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von der Universidade Federal de Juiz de Fora in Brasilien eine Übersicht über die Studienlage gemacht. Sie stießen auf über 4.000 einschlägige Artikel, von denen sich zwölf für eine Metaanalyse eigneten. Beteiligt waren 403 Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose, die eine ESWT erhalten hatten, und 331 Frauen und Männer, die ebenfalls an Gonarthrose litten und den Kontrollgruppen zugeteilt waren.

    Vergleich mit Scheinbehandlung oder Bewegungstherapie

    Die Forschenden bewerteten die Wirkung auf Schmerz und Funktionalität. Dabei verglichen fünf der ausgewählten Studien die ESWT mit einer Scheinbehandlung und sieben Untersuchungen die ESWT in Verbindung mit einer Bewegungstherapie mit einer alleinigen Bewegungstherapie. Die Scheininterventionen wurden mit vernachlässigbarer Energieintensität durchgeführt, die Bewegungstherapie umfasste verschiedene therapeutische Übungen wie Dehnung, Kräftigung und aerobe Übungen. Beim Follow-up wurden drei Zeitspannen festgelegt, eine kurzzeitige (3–6 Wochen), eine mittelfristige (7–10 Wochen) und eine langfristige (10 oder mehr Wochen), um die unmittelbaren Auswirkungen der Therapie und ihren zeitlichen Verlauf zu untersuchen.

    Die Analyse deutet darauf hin, dass in puncto Funktionalität des Knies, die Stoßwellentherapie der Scheintherapie im kurzzeitigen Follow-up überlegen ist. Der Evidenzgrad war jedoch sehr niedrig. Beim Merkmal „Schmerz“ erlangte die ESWT kurz-, mittel- und langfristig bessere Ergebnisse als die Scheintherapie; die Evidenzlage war hier niedrig bis sehr niedrig. Die Kombination mit einer Bewegungstherapie verbesserte sowohl das funktionelle Outcome während des kurzen Follow-up von drei bis sechs Wochen als auch die Schmerzen der Patientinnen und Patienten kurz-, mittel- und langfristig.

    Therapeutische Richtlinien wenig befolgt

    Die ausgewerteten Daten waren jedoch von einer großen Heterogenität geprägt: Von den zwölf einbezogenen Studien kamen in neun die radiale und in einer die fokale Stoßwellentherapie zur Anwendung. In den übrigen zwei Studien wurde der verwendete Wellentyp nicht erwähnt. Die Energieintensität wurde nur in vier Studien im Bereich von 2,0 bis 20 bar beschrieben. Der Energiedichteparameter, die Anzahl der angelegten Impulse pro Sitzung und die mediane Triggerfrequenz variierten ebenfalls.

    Weitere Studien mit einer adäquateren Methodik seien notwendig, insbesondere unter Einbeziehung von Bewegungstherapieprotokollen, schreiben die brasilianischen Studienautorinnen und -autoren. Denn schon alleine bei der Bewegungstherapie hatten die von ihnen analysierten Untersuchungen nicht den Empfehlungen für das Management von Kniearthrose in Bezug auf Belastung und Trainingsvolumen entsprochen. Zukünftige Studien sollten detaillierte Übungsprogramme auf Grundlage der Richtlinien der Osteoarthritis Research Society International (OARSI) befolgen.

    Aus Medscape

  • Da läuft was schief

    25 % der Klinikärzte denken darüber nach ihren Beruf aufzugeben.

  • Sprunggelenk

    Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk unseres Körpers. Es trägt bei wesentlich kleinerer Fläche eine höhere Last als etwa das Hüft – oder Kniegelenk. Die dynamischen Belastungen für das Sprunggelenk beim Laufen sind noch deutlich höher: bis zum fünffachen des Körpergewichtes.

    Paul Dann, Orthopäde, Düsseldorf in der RP vom 30.01.2018

  • Viel Unsinn auf dem Markt

    Es ist nichts Neues. 90 % der Nahrungsergänzungsmittel gehören in die Mülltonne. Von vornherein. Und dies ist nicht meine Bewertung. Dies ist von anerkannten – absoluten Topfachleuten – so bewertet.

    Muss ich kleine Leuchte mich also nicht gross mit beschäftigen.

    Für den Bereich der Arthrose gilt – und damit habe ich mich umfangreich mit beschäftigt – es gibt nur wenig sinnvolles, obwohl hier Milliarden Umsätze gemacht werden. Milliarden für Müll. Mit entsprechenden Umweltschäden.

    Kurzfassung:

    Glucosamine: In zehntausenden Studien – Studienauswertungen überflogen – gibt es nicht einen einzigen Wirkungsnachweis. Null. Es wurde kein einziger Stillstand eines Knorpelabbaus nachgewiesen. Es ist also für die Tonne. Die Aussage eines Topexperten.

    Polypeptide: tausende Untersuchungen. Nichts. Keine Wirkung irgendwie. Niente. Nada. Fehlanzeige. Macht lieber eine Spende an die nächste Tafel.

    Aminosäuren: Glycin stoppt den Knorpelabbau. Dies ist in mehreren Studien nachgewiesen. Diese sind auf der entsprechenden Facebookseite auch veröffentlicht. Aminosäurekombinationen scheinen auch einen Knorpelaufbau zu erreichen. Dies wurde von Mitgliedern der entsprechenden Facebookseite beschrieben. Dazu liegen mir auch einige Mails vor. Das basierende Bezugsmittel – auf das sich meine Kenntnisse stützen – ist Arthroul. Andere – entsprechende Aminosäurekombinationen – dürften gleiches bewirken.

    Tao Deschüren , Niederlande

  • Aus dem Deutschen Ärzteblatt

    Die Arthrose (englisch: Osteoarthritis/OA) ist durch die degenerative Zerstörung des Gelenkknorpels unter enger Einbeziehung der subchondralen Region und Beeinträchtigung der angrenzenden Strukturen wie Muskeln, Kapseln und Bänder charakterisiert. Nach Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) wurde bei 20,3 % der Personen zwischen 18 und 79 Jahren jemals eine Arthrose ärztlich festgestellt. Das entspricht 12,4 Millionen Betroffenen (1). Bei beiden Geschlechtern korreliert eine deutliche Zunahme der Lebenszeitprävalenz der Arthrose mit steigendem Alter. Vor dem 30. Lebensjahr ist die Häufigkeit mit < 2 % sehr selten. Zwischen der 5. und 6. Lebensdekade sind hingegen 16,6 % der Frauen und 13,3 % der Männer betroffen; danach steigt die Prävalenz auf 33 % respektive 25 % (2). Nach dem 70. Lebensjahr sind Cox- und Gonarthrose bei Frauen häufiger (3). In Deutschland sind jährlich 30 % der Frühberentungen mittelbar auf diese Erkrankung zurückzuführen (4).

    Das Beispiel der Fingerpolyarthrose (bei Frauen 9-mal häufiger) verdeutlicht, dass neben Überlastungen, mechanisch ungünstig wirksamen Achsverhältnissen oder erhöhtem BMI auch hormonelle und genetische Faktoren in der Genese der Arthrose eine Rolle spielen. Letzteres wurde in einer australischen